Sorbische Schulen in Sachsen

Auf dem Gelände des Sorbischen Schul- und Begegnungszentrums in Bautzen wurde am 3. April der Grundstein für das neue Internatsgebäude gelegt. Kultusminister Roland Wöller und Landrat Michael Harig setzten gemeinsam eine Schatulle in die Erde. In dem Internat werden 52 Plätze entstehen. Die Kosten belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Euro.
Foto: Matthias Bulank
Das Projekt »Zweisprachige sorbisch-deutsche Schule« wurde auf Initiative des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und Sport zur Förderung der sorbischen Sprache und Kultur an den sorbischen Schulen entwickelt. Es fasst bisherige Erfahrungen zusammen und soll darüber hinaus neue Konzepte für das Erreichen einer aktiven Zweisprachigkeit an den sorbischen Schulen erarbeiten.
Die sorbische Sprache
Das Sorbische gehört gemeinsam mit dem Tschechischen, Slowakischen und dem Polnischen zur westslawischen Sprachgruppe. Im Sorbischen gibt es zwei schriftliche Formen, die obersorbische Schriftsprache in der Oberlausitz und die niedersorbische Schriftsprache in der Niederlausitz. Bei der sorbischen Sprache im Freistaat Sachsen handelt es sich überwiegend um Obersorbisch. Es gibt verschiedene ausgeprägte Dialekte, die sich wie in allen anderen Sprachen durch eigene Wörter, Wendungen, Aussprachevarianten etc. von der Hochsprache unterscheiden.
Die sorbischen Schulen
Gegenwärtig wird an allen sorbischen Grundschulen zweisprachig unterrichtet. Die Teilung in A und B-Klassen wurde durchgängig aufgehoben. Der zweisprachige Unterricht wird für das Erlernen der Sprachen von den Projektschulen ausschließlich als vorteilhaft dargestellt. Unter den Schülerinnen und Schülern tritt beim Sprachenlernen ein Synergieeffekt ein, der sich positiv für beide Sprachen auswirkt.
In den Projektklassen unterrichten zweisprachige Lehrkräfte. Die Lehrer arbeiten entsprechend dem Leistungstand ihrer Schülerinnen und Schüler differenziert, um den unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen gerecht zu werden. Die Lerninhalte werden in sorbisch und deutsch vermittelt. Für beide Sprachen existieren Muttersprachlehrpläne, die das jeweils angestrebte Niveau sichern.
Projektplan
- Erarbeitung schulartübergreifenden Konzeption zum Erreichen der sorbisch-deutschen Zweisprachigkeit nach Abschluss der Schule
- Anwendung dieses Konzeptes an den Projektschulen
- Evaluation mit wissenschaftlicher Begleitung
- Überarbeitung der Konzeption den Ergebnissen der Evaluation folgend
- Dokumentation und Veröffentlichung der Konzeption
Organisationsstruktur
Projektleitung: Sächsisches Bildungsinstitut
Projektbeirat: Sächsisches Staatsministerium für Kultus und Sport, Sächsische Bildungsagentur, Sächsisches Bildungsinstitut, Vertreter der Projektschulen und sorbischen Gremien, externer Gutachter
Arbeitsgruppe: Wissenschaftler (extern), Wissenschaftliche Mitarbeiter des Witaj-Sprachzentrums in Bautzen
Erweiterte Arbeitsgruppe: Projektlehrer, Wissenschaftliche Hilfskräfte, Fortbildner

Staatsminister Roland Wöller taf sich am Rande der Grunsteinlegung (s.o.) mit Herrn Bendedikt Dyrlich (Chefredakteur der Serbske Nowiny) im Domowina-Verlag.
Foto: Matthias Bulank
Projektschulen
Gymnasien:
- Sorbisches Gymnasium Bautzen
Friedrich-List-Str. 8
02625 Bautzen
Tel.: 03591/52730
Fax.: 03591/527328
Mittelschulen:
- Sorbische Mittelschule Bautzen
Am Schützenplatz 6
02625 Bautzen
Tel.: 03591/43016
Fax.: 03591/215917 - Sorbische Mittelschule »Michal Hórnik« Räckelwitz
Schulstr. 3
02625 Räckelwitz
Tel.: 035796/96831
Fax.: 035796/889502 - Sorbische Mittelschule Radibor
Dr.-M.-Grollmuß-Str. 3
02627 Radibor
Tel.: 035935/23275
Fax.: 035935/23274 - Sorbische Mittelschule Ralbitz
Truppener Str. 1
01920 Ralbitz-Rosenthal
Tel.: 035796/96836
Fax.: 035796/889721 - Mittelschule »Dr. Marja Grollmus« Schleife
Schulstr. 2
02959 Schleife
Tel.: 035773/76428
Fax.: 035773/70219


