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Sachsens Grundschüler beim bundesweiten Lesetest auf Platz 3
Kultusminister Wöller: Lesen ist wichtigste Kulturtechnik
Sachsens Grundschüler können deutschlandweit mit am besten lesen. Beim Ländervergleich IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung), der heute in Berlin vorgestellt wurde, belegte Sachsen nach Thüringen und Bayern den 3. Platz. »Zur Spitzengruppe zu gehören, ist eine tolle Auszeichnung für unsere Viertklässler«, so Sachsens Kultusminister Roland Wöller. Die Platzierung sollte auch Ansporn für weitere Anstrengungen sein, betonte Wöller. Denn nur wer gut lesen kann, kann sich auch andere Wissensgebiete erschließen. Schüler zum Lesen zu ermuntern sei deshalb nicht nur bildungspolitisches Ziel, sondern ge-samtgesellschaftliche Aufgabe. Der Minister appellierte in diesem Zusammenhang auch an die Eltern, dem Lesen und Vorlesen zu Hause genügend Zeit einzuräumen. »Erfolgreiche Bildung kann nur gelingen, wenn die Eltern mitziehen.«
Nach Aussage von Kultusminister Wöller sei die deutsche Spitzengruppe beim IGLU-Test »sehr nah beieinander«. Sachsen liegt mit 556 Punkten signifikant über dem internationalen Durchschnitt. Acht Punkte trennen Sachsen vom Sieger Thüringen und sechs Zähler vom Zweitplatzierten Bayern. Der internationale Durchschnitt liegt bei 506, der deutsche bei 548 Punkten. Daran sei erkennbar, so Wöller weiter, dass die deutschen Schüler insgesamt beim Lesen sehr gut seien.
In Sachsen wurden im April und Mai 2006 insgesamt 23 Grundschulen und zwei Förderschulen getestet. Im Ergebnis der Studie wurde den Viertklässlern ein ho-hes Niveau unter anderem beim Lesen literarischer Texte und beim Gebrauch von Informationen bescheinigt. Neben den Schülerleistungen wurden mit Fragebögen die schulischen und häuslichen Bedingungen ermittelt. Befragt wurden dazu Schüler, Schulleiter, Lehrer und Eltern.
Ähnlich wie bei der vor wenigen Wochen veröffentlichten PISA-Studie kommt auch der IGLU-E-Test zu dem Ergebnis, dass in Sachsen der schulische Erfolg nur gering mit der sozialen Herkunft verbunden ist. Der Anteil von Schülern mit schwachen Leseleistungen liegt in Sachsen unter zehn Prozent.
In allen Ländern - so auch in Sachsen - haben Jungen im Vergleich zu den Mädchen geringere Lesekompetenzen. Mädchen sind im Freistaat im Durch-schnitt 16 Punkte besser. Die Studie zeige, so Wöller, dass auf die geschlechterspezifische Leseförderung besonderes Augenmerk gerichtet werden muss. Bereits seit 2007 gibt es in Sachsen ein Projekt, mit dem diese Differenzen verringert werden sollen. »Von der speziellen Förderung von Jungen an Grundschulen erhoffen wir uns recht bald erste Erfolge«, sagte Wöller dazu. Er kündigte an, dass vor allem dem Lesen und Erschließen von informierenden Texten künftig mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse. »Texte, die interessieren, fördern die Lesemotivation«, betonte er.
Hintergrundinformationen:
IGLU ist die deutsche Abkürzung für Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung, PIRLS = Progress in International Reading Literacy Study. IGLU untersucht die Fähigkeit von Kindern im Leseverständnis am Ende der vierten Jahrgangsstufe. Die Untersuchung wird weltweit von der IEA (International Asso-ciation for the Evaluation of Educational Achievement) organisiert. Deutschland hat sich 2001 und 2006 beteiligt.
Der IGLU-Test fand 2006 zum zweiten Mal statt. Im weltweiten Vergleich, dessen Ergebnisse 2007 vorgestellt wurden, belegten die deutschen Schüler Rang elf unter 35 Nationen und zehn Regionen. Platz eins erreichte Russland vor Hong-kong und Kanada. Um einen Ländervergleich innerhalb Deutschlands zu ermög-lichen, gab die Kultusministerkonferenz den Auftrag, eine Ergänzungsstudie durchzuführen. Dafür wurden zusätzlich in ganz Deutschland 8.000 Schüler an über 405 Grundschulen gestestet. An diesem Test nahmen erstmals alle 16 deutschen Bundesländer teil. Die Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt.


