Innovationspreis Weiterbildung des Freistaates Sachsen

Jury 2011
Jährlich vergibt der Freistaat Sachsen einen Preis für beispielhafte Innovationen in der allgemeinen, beruflichen, wissenschaftlichen, politischen oder kulturellen Weiterbildung. Mit der Auszeichnung sollen herausragende Ideen oder Projekte eine öffentliche Anerkennung finden. Das gute Beispiel soll dazu anregen, eigene Ideen umzusetzen und bestehende Projekte und Initiativen zu nutzen oder weiter zu verbreiten.
Um den Preis konnten sich alle in Sachsen ansässigen und in der Weiterbildung tätigen Personen des öffentlichen Rechts oder gemeinnützige Personen des Privatrechts bewerben.
1. Preis (12.000 Euro): Volkshochschule Leipzig und Referat Kommunikation des Geschäftsbereichs des Oberbürgermeisters (Stadtbüro) und des Stadtrates der Stadt Leipzig

Vertreter des Forums Bürgerstadt Leipzig
- Projekt: Forum Bürgerstadt Leipzig – Leipzig auf dem Weg zur bürgerorientierten Kommune. Kompetenzen für den Trialog von Bürgerschaft, Politik und Verwaltung.
Um in Leipzig mit seinen reichen Traditionen als Bürgerstadt die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement zu verbessern, entwickelten Mitglieder des Stadtrates, Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbetier der Verwaltung Ende 2007 aus dem Arbeitskreis der Lokalen Demokratiebilanz eine neue Plattform, die den Titel »Forum Bürgerstadt Leipzig« trägt. Die Akteure erkannten die Notwendigkeit, gemeinsam die Idee einer bürgerorientierten Kommune zu forcieren. Das Forum Bürgerstadt Leipzig hat das Ziel, für bürgerschaftliches Engagement zu sensibilisiere sowie dieses Engagement zu stärken und zu vernetzen. Neben praktischen, stadtgestaltenden Effekten besitzt das Forum Bürgerstadt herausragende Potenziale für die politische Bildung. Das Forum arbeitet nach dem Trialogprinzip. Es setzt sich aus ehrenamtlich Engagierten im gesamten Interessensspektrum der Stadtgesellschaft (Vereine, Gruppen, Initiativen, engagierte Bürgerinnen und Bürger), Vertreter/-innen der Politik und der Verwaltung zusammen.
1. Preis (12.000 Euro): Seniorpartner in School Sachsen e.V. (SIS)

Vertreter von Seniorpartner in School Sachsen e.V.
- Projekt: Seniorpartner in School – Mediation an Schulen durch ältere Menschen. Eine Brücke zwischen den Generationen.
SiS aktiviert ältere Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Teilnehmer/innen werden in 80 Kursstunden Schulmediator/innen ausgebildet. Nach der Ausbildung engagieren sich die ausgebildeten Seniorpartner/innen mindestens 18 Monate ehrenamtlich mit vier bis fünf Wochenstunden an einer Schule. Darüber hinaus ist das Engagement unbegrenzt möglich und erwünscht. Während der praktischen Mediationstätigkeit werden regelmäßig Weiterbildungen (Kennenlernen neuer Methoden für das Mediationsverfahren, Erweiterung der pädagogischen Kenntnisse, Übungen) und Praxisreflektionen in der Gruppe durchgeführt.
2. Preis (9.000 Euro): Volkshochschule Leipziger Land

Vertreter der Elternakademie
- Projekt: Elternakademie der Volkshochschule Leipziger Land in Kooperation mit der Paul-Guenther-Schule Geithain – begleitet durch das Zentrum für Bildungsgesundheit Leipzig.
Mit der Elternakademie in Geithain wurde erstmalig eine Einrichtung geschaffen, in der aktuelle pädagogische und psychologische Erfahrungen und Erkenntnisse zu Bildung und Erziehung systematisch populärwissenschaftlich vermittelt und mit Eltern diskutiert werden. Ein Elterncafe dient als zentrale Kommunikationsplattform für Kontaktaufnahme und Erfahrungsaustausch der Eltern über alltägliche, schulische und familiäre Problemlagen. Die Treffen der interessierten Eltern werden von spezialisierten Psychologen des Zentrums für Bildungsgesundheit Leipzig begleitet. Die Eltern haben die Möglichkeit, sie persönlich berührende Fragen zu diskutieren und am Beispiel eigener Erfahrungen mögliche Lösungen für eine gute Entwicklung der Kinder zu entwerfen.
3. Preis (7.000 Euro): Lebensräume e.V. Hainichen

Vertreter von Lebensräume e.V. Hainichen
- Projekt: Gartenlabyrinth Hainichen 2008 - 2011. Wege zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Unweit des Hainichener Marktes gab es das Gelände einer Industriebrache. Dieses sollte durch gestalterische Maßnahmen aufgewertet und zu einem Ort der Begegnung umgebaut werden. Wesentlicher Bestandteil der Arbeit des Vereins „Lebensräume“ e. V., der sich diesem Projekt widmete, ist die Betreuung der wohnungslosen Menschen in Hainichen. Deshalb war es von vornherein ein besonderes Anliegen, diese Menschen in die Bauarbeiten einzubeziehen. Das Gartenlabyrinth war in seiner Entstehung und ist in seiner Präsenz als vielschichtiges Bildungsprojekt mit zahlreichen Wirkungs- und Nutzungspotenzen angelegt. Es verband praktische Arbeit und Ausbildung mit der Vermittlung theoretischer Inhalte im Bereich Garten- und Landschaftsbau und förderte sowohl das Verständnis für die wohnungslosen Menschen als auch die offensive Auseinandersetzung mit einem bislang weitgehend unbeachteten Thema.

